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Samstag, 3. November 2012

Rezension: "Grauen zum Dessert" von Christian Rückl



"Grauen zum Dessert" von Christian Rückl

Kurzgeschichten

ASIN-Nr.  B008610YG0
106 KB (ca. 50 Printseiten)
erschienen als kindle edition






Klappentext:
Schwarzer Humor, dunkle Gedanken - sieben unheimliche, skurrile Kurzgeschichten.


Inhalt:
Henry überrascht seine Frau mit einem außergewöhnlichen Geburtstagsgeschenk
Bella Costa macht Bekanntschaft mit den Abgründen der Diktatur
Max hat Sorgen mit der Börse
Besuch einer Ehe
Krieg in einer Märchenversion
Ein geglückter Bankraub mit Folgen
Eine etwas andere Silvesternacht



Meine Meinung:
Schon bei der ersten Geschichte war ich sehr positiv überrascht und das hat sich von Geschichte zu Geschichte nicht geändert. Die Geschichten sind alle sehr sarkastisch, mal bizarr, mal böse und geheimnisvoll und besitzen immer einen Funken schwarzen Humors.


Zu Henry und seiner Frau:
Der Schluss hat mich eine bekannte Geschichte von Stephen King erinnert, aber alleine die Idee ist fantastisch und auch sehr gut umgesetzt. Ich konnte mit Henry mitleiden.

Zu Bella Costa:
Hat mich am Ende ein wenig traurig gestimmt. Aber es ist so wahr und es gibt es auch heute noch.

Zu Max und seinen Sorgen:
Am Ende war ich geschockt, aber vielleicht nur wegen der Tatsache, dass ich es niemals tun könnte. Absolut super geschrieben.

Zu Besuch einer Ehe:
Leider eine Tatsache, die es nicht nur vereinzelt gibt. Diese Geschichte bekommt eine WOW von mir, für die tolle Umsetzung.

Zu Ein geglückter Bankraub mit Folgen:
Mein Schmunzeln wurde immer breiter, je weiter ich gelesen habe … Sarkasmus pur und gut geschrieben.

Zu Eine etwas andere Silvesternacht:
Diese Geschichte hat mich mit der ersten ziemlich überrascht und sie bildet deinen guten Abschluss. Ich kann dazu auch nur noch sagen WOW.

Alles in allem sind die Kurzgeschichten absolut gelungen. Man muss sie einfach gelesen haben.
Ich kann Grauen zum Dessert weiterempfehlen.






5 von 5 Punkten
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Rezension zu "Dunkle Seiten - The Terror-Compilation" von Marc Gore



"Dunkle Seiten - The Terror-Compilation" von Marc Gore

Horror-Kurzgeschichten

ASIN-Nr. B008EBZD18
190 Seiten
erschienen bei Twilight-Line









Klappentext:
Bei Marc Gore ist der Name Programm. Seine Kurzgeschichten sind wahrhaftige Auslebungen von Gore und Splatter, triefend vor Blut und voller Gewalt. Dennoch sind die subtilen und grauenerregenden Geschichten des Autoren voller Spannung und Unterhaltung, die sich kurzweilig lesen und erlesen lassen. Von einem Teil der Leserschaft werden seine Splatterstories glühend verehrt, der andere Teil der Leserschaft würde ihn wohl am liebsten seines Schreibwerkzeugs beraubt in einer isolierten Gummizelle sehen. Verehrung oder Verachtung - Dazwischen gibt es nichts! Ein Autor, dessen ganze Werke voll sind von gefräßigen Monstern, hammerschwingenden Killern, sadistischen sexuellen Ausschweifungen und endlos zelebrierten Geschmacklosigkeiten, ist nun mal nicht jedermanns Sache. Wo andere Autoren dezent zurückweichen, fängt Marc Gore erst an und will nur noch Blut (Gore) sehen. Blutrünstigste Schocks und rabiate Darstellungen von Gewalt und Sex stehen bei den Goreschen Machwerken höher im Kurs als großartige Personen- und Landschaftsbeschreibungen oder gar sorgfältige Charakterzeichnungen seiner Protagonisten.

In diesem Band finden Sie folgende Geschichten des Autoren:
MONSTER SQUAD
PSYCHO ROUTE 66
TERROR OF ALABAMA
CREATURE IN THE CELLAR
THE BUTTERFLY LADIES
ALIEN CARNAGE



Meine Meinung:
Tolle Geschichten zum Gruseln und Fürchten.

Diese Anthologie bietet ein Rundumpakat, was ein Abend zum Angst einjagen und ein richtiger Horrorfan benötigen. Dabei lotet der Autor alle Möglichkeiten aus, die das Genre hergibt und verbindet die einzelnen Geschichten zu einer spannenden und blutrünstigen Sammlung miteinander.
Den Leser erwarten eine Menge Überraschungen und meist auch unerwartete Spannungsbögen und Handlungen.
Da ich im Ganzen weniger auf die einzelnen Geschichten eingehen möchte, kann ich abschließend sagen … ein Blick in dieses Werk lohnt sich auf jeden Fall!
Der Autor Marc Gore hat einen neuen Fan dazugewonnen.


 



5 von 5 Punkten
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Sonntag, 28. Oktober 2012

Rezension: "Klappe zu Balg tot" von Regina Schleheck




Bitterböse Kurzgeschichten

ISBN-Nr. 978-3940680396
139 Seiten
erschienen im cenarius Verlag









Klappentext:
Überschrift über einer historischen Babyklappe (Torno) am Hamburger Findel- und Waisenhaus: Auf dass der Kindermord nicht künftig werd verübet, Der von tyrannscher Hand der Mutter oft geschicht, Die gleichsam Molochs Wuth ihr Kindlein übergiebet, Ist dieser Torno hier auf ewig aufgericht. ANNO 1709. Die Titelgeschichte Klappe zu Balg tot nimmt das Thema auf, schildert Facetten der alltäglichen Grausamkeit, die auch den anderen Geschichten von Regina Schleheck zugrunde liegen.



Meine Rezension:
Das Buch ist eine Sammlung bitterböser Kurzgeschichten, die vielleicht auf einen sensiblen Menschen erschütternd wirken können. Doch mit dem Gedanken … so spielt das Leben … kann man dieses Buch mit Genuss verschlingen.
Die Autorin schildert Altagssituationen mit Pepp und unverblümten Worten, die mich oft auf zum Schmunzeln oder auch zum Kopfschütteln brachten.
Je nach Geschichte und Situation habe ich mit den Hauptprotagonisten mitgefiebert oder mich einfach nur tierisch über ihre Naivität aufgeregt.
Ohne genau auf die einzelnen Kurzgeschichten einzugehen, denn die müsst ihr einfach selbst lesen, kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen.
Der legere Schreibstil und die versteckten Ironien sind ein gelungener Mix für ein paar tolle Lesestunden. Abwechslungsreich und unterhaltsam.

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5 von 5 Punkten
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Dienstag, 7. Juni 2011

Rezension zu "Am Rande der Wirklichkeit" von Dieter Stiewi


Am Rande der Wirklichkeit


von Dieter Stiewi

132 Seiten
ISBN-Nr. 3897744988
erschienen im Triga Verlag









Klappentext:
Im Dämmerlicht zwischen Wirklichkeit und Dichtung verschwimmen die Grenzen des Wahrscheinlichen und schaffen Raum, das Vorhandensein des Unmöglichen in Erwägung zu ziehen. Aus scheinbar alltäglichen Situationen - eine Party, der Weg zur Arbeitsstelle, ein Spaziergang - entwickeln sich Geschichten, die den Leser ins Reich seiner Fantasie locken. Nicht alles ist so, wie es uns im ersten Augenblick erscheint. Begegnungen mit Feen und Kobolden, Vampiren und Werwölfen, Außerirdischen und ganz normalen Menschen verwischen die Grenzen unserer absoluten Wahrnehmungswelt. Und manche Geschichte lässt Fragen offen, Fragen über den Ausgang der Handlung oder ihre Ursachen und Fragen über das, was wir als mögliche Wahrheit zu glauben bereit sind.


Mein Fazit:
Ein toller Mix aus Fantasy, Grusel, Sagen und Dingen, die es eigentlich gar nicht geben sollte/dürfte … aber sind sie wirklich nur Einbildung? Der Autor hat wirklich spannende Kurzgeschichten geschaffen, die den Leser in seinen Bann ziehen.
Jede Geschichte ist für sich gut ausgearbeitet und ich habe rein gar nichts vermisst … höchstens, dass sie zu kurz waren und ich gerne mehr gelesen hätte.
Bei manch einer Geschichte kommt man sogar ins Grübeln, denn könnte es nicht doch die Wahrheit sein?! Genau das machen die Kurzgeschichten aus.
Ich kann diese Kurzgeschichtensammlung wärmstens empfehlen und der Titel ist Programm … „Am Rande der Wirklichkeit“ … also nicht verpassen.

Insgesamt bekommt von mir dieses Buch 5 von 5 Sternen.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch herzlich bei Dieter Stiewi für das Rezensionsexemplar bedanken, welches ich persönlich auf der Leipziger Buchmesse 2011 bekommen habe.

Donnerstag, 7. April 2011

Anthologie: LeseBlüten Fantasy 2011

Heute hat es an der Tür geklingelt und was hat er mir gebracht? Ein Paket mit den Büchern "LeseBlüten Fantasy 2011" ...




Leider hat es mit dem Fotografieren nicht so gut geklappt ... aber es kommt ja auf den Inhalt an :-)







Diese Fantasy-Sammlung umfasst 29 Kurzgeschichten von insgesamt 23 Autoren aus Deutschland, Italien und der Schweiz. Das vorgegebene Genre Fantasy findet sich nicht nur in Vampir- oder Drachenerzählungen wieder. Nein, die unterschiedlichen Kurzgeschichten handeln beispielsweise auch von einem Phönix, einem Gnom, einem Multicolor-Karnickel, einem Schattengarten, Katzenfrauen, ganz vielen anderen zauberhaften Wesen oder auch einfach nur Menschen, die Übersinnliches erleben – in ihren Träumen, in Zwischenwelten, in ihrem Leben vor oder nach dem Tod. Ein wahrhaft märchenhaftes Buch voller Zauber, Magie und vor allem viel Fantasie!

ISBN-Nr. 3942786028
224 Seiten
erschienen im Piepmatz Verlag



Leseprobe aus "Verschlungene Pfade" (erschienen in der Anthologie LeseBlüten Fantasy 2011)

...

Kurz vor Sonnenuntergang bog Neferrilion um eine schmale Felsnase und dahinter bot sich ihm ein zufriedener Anblick. Er hatte die nächste Siedlung erreicht. Mit einem erleichterten Seufzer schaute er gen Horizont, wo allmählich die orangerote Sonne im Westen versank und tauchte den kleinen Abschnitt Leven’raukas in eine malerische Abenddämmerung.
Mit der Aussicht auf ein warmes Essen und eine geruhsame Nacht schritt er schneller voran und kam kurz darauf an einem verwitterten Straßenschild vorbei. In verblassten Lettern las er den Dorfnamen, wobei das A und das I von Alastir kaum noch zu erkennen waren. Fast jedes Haus wies schräge Dachgiebel, sowie löchrige Außenwände auf und doch besaß jedes einen kleinen, sorgfältig angelegten Garten. Blühende Blumen und wohlriechende Küchenkräuter verströmten ihren Duft und machten ihm den Mund auf eine köstliche Mahlzeit schmackhaft.
Wenige Meter später traf er auf eine alte Frau und auf seine Frage nach einem Gasthaus, deutete sie ans Ende der Straße und gab ihm eine Warnung mit auf den Weg. Dort würden Raubtierjäger ihr Jagdgeschick mit viel Alkohol feiern und er solle auf der Hut bleiben.
Neferrilion bedankte sich herzlich und betrat schließlich das Gasthaus „Zum einäugigen Drachen“. Sofort drang der Lärm der feuchtfröhlichen Gäste an sein Ohr. Viele brennende Kerzen auf Holztischen und Fackeln an den Wänden erhellten den Schankraum und hüllten ihn trotz ihres Scheines in ein dämmriges Licht. Alle Tische waren besetzt, während zwei Mägde mit vollen Tabletts und gefüllten Weinbechern hin und her huschten. Der Wirt hinter der Schanktheke kam kaum mit der Arbeit nach und schenkte unablässig Becher mit Wein oder selbstgebrautem Bier ein.
Als der Gastwirt den Neuankömmling bemerkte, winkte er ihn zu einem kleinen Tisch neben dem Kamin, der sich ganz hinten in der Stube befand. Diese Geste quittierte Neferrilion mit einem freundlichen Lächeln, schlängelte sich durch die Gästeschar, legte den Rucksack und seinen Wasserschlauch ab und nahm Platz. Doch kaum saß er, schluckte er merklich und in seine plötzliche Überraschung mischte sich der Hauch von Ärgernis.
„Du?“, fragte er ungeniert und starrte den Raukarii von heute Mittag direkt in die goldenen Augen.
Goldene Augen? Er selbst besaß eine goldene Augenfarbe, doch diese außergewöhnliche Eigenschaft rührte von seiner Unsterblichkeit her. War es nur Zufall oder hatte es vielleicht etwas zu bedeuten? Aber er kam nicht dazu weiter darüber nachzudenken, schon wurde er abgelenkt.
„Was heißt hier Du?“, fragte der Raukarii und lächelte schelmisch. „Das Essen schmeckt gut, nur die Gesellschaft lässt zu wünschen übrig.“
„Es gibt leckeren Eintopf und dazu ein kühles Glas Wein“, erklang eine weibliche Stimme von der Seite und Neferrilion erkannte eine vollbusige Magd. Erneut war er abgelenkt worden.
„Habt Ihr auch ein Bett für mich?“
„Zwei Topas für Essen und Zimmer“, erwiderte sie und lächelte.
Neferrilion überlegte sorgfältig bevor er antwortete. Zwei Halbedelsteine waren ein teuerer Preis für diese Gegend, aber schon morgen wartete ein weiteres Stück Weg auf ihn und unter freiem Himmel wollte er nicht übernachten, daher nickte er zustimmend. Aus seiner verborgenen Lederbörse, die er unter der Lederrüstung trug, holte er die geforderte Bezahlung hervor. Denn Edelsteine waren das gängige Zahlungsmittel in Leven’rauka.
„Zimmer Dreizehn ist noch frei, ich bringe Ihnen den Schlüssel mit Ihrer Bestellung“, erklärte die Magd und fuhr schließlich nach einem anzüglichen Grinsen zu Neferrilions Tischnachbar fort, während sie die .Zahlung in die Schürze steckte. „Wünscht Ihr Rotwein oder Weißwein zum Essen?“
Er entschied sich für Weißwein und beobachtete in den Augenwinkeln, wie die junge Frau verschwand und der Raukarii ihr mit eindeutigem Blick nachstellte, um sich gleich wieder an Neferrilion zu wenden, der ihm gegenüber saß und im Rücken konnte er nur erahnten, was im vollen Schrankraum geschah.
„Was führt Euch in eine so trostlose Gegend, wo sich Hase und Fuchs Gute Nacht sagen?“, kam die überraschende Frage.
„Das könnte ich ebenfalls fragen“, antwortete Neferrilion und wunderte sich, wie der Mann vor ihm hier hatte ankommen können, wo ihm auf dem Weg zu diesem Dorf niemand begegnet war, außer man zählte Kaninchen und Vögel nicht mit dazu. „Doch verzeiht, mir gelüstet es zurzeit nach keinem Gespräch, ich will nur etwas essen und dann schlafen gehen.“
„Schade, dabei hätte ich gerne Euren Namen gewusst“, seufzte der eigenartige Raukarii und unterstrich seine Worte mit einem amüsierten Schmunzeln.
„Meine Name ist nicht wichtig“, meinte Neferrilion brüsk und wollte einfach nur seine Ruhe.
„Ich heiße Hytaas“, sagte der Raukarii unaufgefordert und erhielt damit die ungeteilte Aufmerksamkeit von Neferrilion, der bereits seinen Mund zu einer Erwiderung geöffnet hatte, aber nicht dazu kam ihn von weiteren Unterhaltungsversuchen abzubringen. „Eigentlich wollte ich Euren Namen nur wissen“, fuhr Hytaas fort, „um mich bei Euch rechtzeitig zu verabschieden, bevor Ihr getötet werdet.“ Dabei deutete er mit dem Kinn in Richtung Schankraum.
Neferrilion drehte sich um und sah das nahende Unglück auch schon. Fünf grobschlächtige Männer in schmutzigen Hosen und Stiefeln kamen auf ihren Tisch zu. Das konnte nur eines bedeuten: Ärger! Ausgerechnet jetzt und heute. Er hatte das Gefühl Streit magisch anzuziehen, das war schon öfters der Fall gewesen und dabei wollte er doch nur in Ruhe seinen leeren Magen füllen. Lag es möglicherweise an seinem stolzen Auftreten, dass ihn die angetrunkene Jagdgesellschaft entdeckt hatte? Oder war es sein heiliges Symbol des Feuergottes in Form eines goldenen, gehörnten Drachens, welches er an einer goldenen Kette offen auf der Brust trug? Oder war es einfach nur, dass er ein besseres Erscheinungsbild darbot, als die meisten hier?
Egal was es war, die fünf ungehobelten Raubtierjäger blieben neben ihm stehen, bildeten einen Halbkreis und wedelten mit ihren Dolche mit getrocknetem Tierblut vor ihren Nasen herum.
„Mein Name ist Neferrilion“, verkündete er schließlich, ignorierte die Umherstehenden und meinte, „Hytaas ist ein sehr ungewöhnlicher Name.“ Er hatte einiges zu bieten, wenn die Männer Ärger suchten. Aber einfach wollte er es ihnen nicht machen und tat deshalb so, als gäbe es sie gar nicht.
„Du kennst noch nicht meinen vollständigen …“, duzte Hytaas ihn ungefragt, wurde aber unterbrochen, als die Magd sich mit einem Tablett durch die Ärger suchenden Raukarii kämpfte und sie deren schäbigen Sprüche an sich abprallen ließ.
„Macht Platz und geht zurück, ich bring euch gleich neues Bier“, erklärte sie mit der Kaltschnäuzigkeit einer selbstbewussten Bedienung. Sie stellte einen dampfenden Teller Eintopf und einen gefüllten Weinbecher vor Neferrilion ab, legte ihm den Schlüssel zum Zimmer neben den mitgebrachten Holzlöffel und verschwand.
„Du willst hier wohl auf die Jagd gehen?“, erklang plötzlich eine lallende Stimme an Neferrilions Ohr. Doch er seufzte lediglich, steckte den Schlüssel ein und nahm den Löffel in die Hand. Seelenruhig probierte er das köstlich duftende Essen. Es schmeckte gut und gerade als er den Löffel zum zweiten Mal an den Mund führte, wurde er ihm aus der Hand geschlagen.
Wütend schluckte er, beinahe wäre der heiße Eintopf auf seiner Hand gelandet, aber er versuchte weiterhin die ungebetenen Gäste zu ignorieren. Aber nicht lange, da sprach der betrunkene Jäger abermals. „Das ist unser Gebiet, hier jagen nur wir!“
„Seht Ihr nicht, Ihr stört!“, erklärte nun Hytaas herausfordernd und funkelte die Männer grinsend an. „Hier wollen sich zwei ehrenwerte Männer unterhalten und dabei versperrt Ihr mir die Sicht.“
„Die Sicht auf was?“, fragte eine zweite angeheiterte Stimme und derjenige rülpste abschließend laut.
„Sicherlich nicht den Anblick deiner hässlichen Fratze“, lachte Hytaas und Neferrilion konnte bereits den Angriff erahnen, bevor er ihn kommen sah.
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Montag, 13. Dezember 2010

Leseprobe aus "Feuer der Freiheit" von Annette Eickert


Heute ist das Buch "LeseBlüten Prosa 2010" offiziell erschienen!

Diese Anthologie ist eine Sammlung von 58 Kurzgeschichten von insgesamt 41 Autoren aus Deutschland.

Die Genres sind so verschieden wie die Autoren, von Liebesgeschichten, Krimis, bishin zu Fantasy, Humorvolles oder Nachdenkliches.

Auch meine Fantasy-Kurzgeschichte "Feuer der Freiheit" findet ihr darin und ich möchte euch eine kleine Kostprobe nicht vorenthalten.


ISBN-Nr. 3942786001
255 Seiten (Taschenbuch)
erschienen im Piepmatz Verlag
erhältlich bei Amazon


Leseprobe aus "Feuer der Freiheit" von Annette Eickert


Es war ein Sommertag wie jeder andere seit zwanzig Jahren, das glaubte zumindest der Elf Jago. Er lief mitten durch den schattigen Wald und überall wo er hinsah, spähten die warmen Sonnenstrahlen durch das Geäst der hohen Baumkronen der zahlreichen Laubbäume. Vögel zwitscherten ihr Lied, Hasen und Rehe huschten durch das Dickicht, Insekten schwirrten durch die Luft und in der Ferne röhrte ein Hirsch. Dazwischen summten Bienen, welche die vereinzelt wachsenden Wildblumen auf dem moosbedeckten Boden bestäubten. Eigentlich war es ein viel zu schöner Tag um zu tun, was er heute beabsichtigte. Sollte er sich womöglich irren?
Am liebsten würde er jetzt auf der Lichtung in der Nähe der Magierschule im Gras liegen und sich von der Sonne an der Nase kitzeln lassen, während er mit geschlossenen Augen seinen eigenen Tagträumen nachhing. Aber leider hatte er eine Wette verloren und nun war die Zeit gekommen sie einzulösen. Doch Jago nannte es eher eine Willensprobe und er versuchte sich seine steigende Nervosität nicht anmerken zu lassen. Immerhin hatte er vor wenigen Stunden geprahlt er hätte vor nichts und niemandem Angst..
„Was bin ich nur für ein Idiot!“, schimpfte Jago sich selbst und kniff dabei seine smaragdfarbenen Augen zusammen, als er neben dem Stamm einer alten Eiche stehen blieb. Mit wachsamem Blick versuchte er sich in dem weniger bekannten Waldabschnitt zu orientieren. Er sollte zur alten Höhle kommen, hatte die Anweisung gelautet, doch er war noch niemals zuvor dort gewesen.
Jago war ein hoch gewachsener, attraktiver Waldelf mit dunklen langen Haaren. Sie reichten ihm bis zu den Schultern, wo er sich gerne mit einem Lederband im Nacken zusammenband. Er trug wie immer seine olivgrüne Magierrobe mit dem silbernen Gürtel, welcher ihn als Lehrling im fünften Jahr seiner Lehre auswies. Nur noch zwei Jahre und er würde die Prüfung zu einem ausgebildeten Magier vor der gesamten Schule ablegen und in die Ränge seiner Ahnen aufsteigen.
Aber im Moment spielte das alles keine Rolle. Er war umgeben von wild gewachsenen Holunderbüschen, durch die sich allerdings eine künstliche Schneise zog. Einen Augenblick später erkannte er, dass seine Freunde sich hierdurch einen Weg geschlagen hatten, er musste ihnen nur folgen.
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Mittwoch, 10. November 2010

LeseBlüten Prosa 2010

Der Piepmatz-Verlag veröffentlich bald sein erstes Buch!


"LeseBlüten Prosa 2010" ist eine Anthologie

Die Anthologie ist eine Kurzgeschichtensammlung mehrer Autoren mit unterschiedlichen Genre, wie z.B. Liebesgeschichten, Krimis, Fantasy, Nachdenkliches oder Humorvolles.

Auch meine Kurzgeschichte "Feuer der Feuerheit" ist darin zu finden und ich freue mich riesig, bei dem ersten Buch des Verlages dabei sein zu dürfen.

Das Buch könnt ihr ab sofort beim Verlag vorbestellen!