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Dienstag, 3. August 2010

Interview mit der Autorin Annette Eickert

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Es gibt ein neues Interview (vom 17.07. 2010) mit mir auf www.whohub.com
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„Ynsanter – Seele des Feuers“ jetzt auch bei Amazon.com/uk

Interview mit Annette Eickert

Mit freundlicher Genehmigung von „Best of Books“
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1.Wann haben Sie mit Schreiben angefangen?
Gerne geschrieben habe ich bereits in der Schule, am liebsten Aufsätze und Geschichtsreferate, damit hat es eigentlich erst richtig angefangen. Danach schrieb ich erst einmal nur für mich alleine, bis mir jemand von den so genannten Fanfictions erzählte. Erst dann habe ich meine allererste Fantasygeschichte online gestellt und als positive Resonanz kam, habe ich weiter geschrieben. Von diesem Moment konnte ich nicht mehr aufhören. Eine Geschichte nach der anderen fing an in meinem Kopf herumzuspuken und eine Geschichte nach der anderen entstand. Bis heute schreibe ich gerne meine eigenen Fantasygeschichten, aber genauso gerne Fanfictions.
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2.Haben Sie irgendwelche literarischen Idole?
In aller erster Linie R.A.Salvatore, der u.a. Forgotten Realms Romane schreibt, aber auch all seine anderen Romane. Jeden einzelnen habe ich förmlich verschlungen und das nicht nur einmal. Zwei weitere Idole sind Margret Weis und Tracy Hickman, die die fantastische Welt von Drachenlanze erfanden und mitreißende Geschichten geschrieben und geschrieben haben.
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3.Haben Sie sich bei ihren ersten Schreibversuchen nach einem bestimmten Autor gerichtet und versucht, die Schreibweise zu imitieren um besser zu werden?
Direkt nach einem bestimmten Autor habe ich mich noch nie gerichtet, obwohl einige Dinge beim Lesen hängen geblieben sind. Imitieren möchte ich auch gar nicht erst jemanden, ich schreibe für mich selbst und bastle an einem Satz so lange, bis er mir gefällt, ob er dann irgendeiner Schreibweise ähnelt, dass weiß ich ehrlich gesagt nicht.
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4.Es gibt viele Autoren, die bei kompletter Ruhe nicht so gut schreiben können, als mit irgendwelchen Hintergrundgeräuschen. Hören Sie Musik während des Schreibens oder haben den Fernseher laufen?
Beim Fernsehen kann ich nicht schreiben, lenkt mich zu sehr ab, aber ohne Musik geht überhaupt nichts! *lach* Musik läuft immer beim Schreiben. Meistens läuft meine Liste einmal rauf und runter und wieder zurück. Habe es sogar schon ohne ausprobiert, aber da kam nichts Vernünftiges heraus.
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5.Müssen Sie viel für ihre Geschichten recherchieren, bevor sie anfangen zu schreiben?
Das ist von Geschichte zu Geschichte unterschiedlich. Für Ynsanter habe ich eine Menge im Internet recherchiert, besonders wegen der Tier- und Pflanzenwelt, aber auch wegen den Fabelwesen. Demnächst plane ich einen Krimi, der in der Neuzeit spielen wird, dazu muss ich noch ein wenig mehr nach Informationen suchen.
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6.Was ist ihr Lieblingsbuch und Ihr Lieblingsautor?
Mein Lieblingsbuch ist „Die Zauberprüfung“ von Margret Weis. Mein Lieblingsautor ist R.A.Salvatore.
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7.Woher nehmen Sie die Ideen Ihrer Geschichten? Halten Sie sich an Dinge, die Ihnen selbst schon mal passiert sind oder richten Sie sich nach Träumen, Büchern, Filmen, usw?
Alles kommt irgendwie immer spontan. Entweder wenn ich etwas lese, oder auch bei Filmen und Serien, die ich mir anschaue, aber auch wenn ich mit Freunden rede. Aus einer kleinen Unwichtigkeit wird dann die Idee geboren und weitergesponnen. Doch generell lasse ich mich von Träumen überhaupt nicht beeinflussen, das müsste eine richtige Ausnahme sein und bisher ist mir so etwas noch nicht passiert. Im Allgemeinen bekomme ich meine Ideen von allem und recht spontan.
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8.Welches Buch eines anderen Autors hätten Sie am liebsten selbst geschrieben?
Eindeutig die Bis(s)-Reihe. Gelesen habe ich alle Teile, doch an vielen Stellen hätte ich vieles ganz anders gestaltet.
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9.Welche Romanfigur (eines anderen Autors) hätten Sie am liebsten erfunden/kreiert?
Raistlin Majere aus Drachenlanze von Margret Weis. Allerdings hat die Autorin der Figur von Anfang an so viel Leben eingehaucht, dass nur sie ihn perfekt agieren lassen kann, was auch gut so ist.
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10.Was würden Sie sagen, wenn irgendjemand ein Film oder eine TV Serie aus ihren Büchern machen würde?
Oh mein Gott!!! Das wäre der Traum schlechthin. Ich glaube, das wäre der Traum von ganz vielen. Ganz ehrlich, ich hatte sogar schon einmal darüber nachgedacht und wenn tatsächlich jemand der das Sagen hätte meine Bücher finden würde und sie gut findet, warum nicht.
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11.Hätten Sie irgendwelche Schauspielvorschläge, wenn es einmal so weit kommen würde?
*lach* Die hätte ich wirklich, obwohl die Frage sehr utopisch ist.
Bei Norion bin ich mir etwas unsicher, aber ich könnte mir Christian Haydensen gut vorstellen. Bei den Zwillingen Ronor und Nomarac Leadal Tom Felton und Jared Leto. Den Waffenmeister Larrin Doar und Neferrilion bin ich mir unsicher, aber Hugh Jackman würde beide sicherlich beide gut verkörpern. Calenor Kurutamat eindeutig Jason Isaac und Semesh von Eva Mendes. Zu Nezzir Rawon und Sisatana fällt mir niemand ein, aber Johnny Depp würde sicherlich eine gute Figur als Zevenaar machen. Als letzter könnte ich mir Evan McGregor als Ataran vorstellen.
Ich fürchte, ich habe hier die Latte sehr hoch gelegt *lach*
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12.Bei welchem Ihrer Charaktere hat Ihnen das Schreiben am meisten Spaß gemacht?
Da gibt es sogar zwei Charaktere. Zum einen der Sklavenhändler Nezzir Rawon und der Drache Hytaas. Nezzirs Charakter war oft sehr launisch und obwohl er klug sein wollte, gingen seine Pläne sehr oft baden. Besonders in den noch nicht veröffentlichen Teilen von „Ynsanter“ macht er eine Charakterwendung, die mir am meisten Spaß gemacht hat zu schreiben. Bei dem Drachen Hytaas liebe ich das stolze Wesen und den Sarkasmus. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt, dann möchte er es erreichen und gleichzeitig ist er seinen Freunden ergeben. Am Anfang war es noch sehr schwierig für mich, aber dann plötzlich ging er mir ganz einfach von der Hand.
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13.Sind irgendwelche Ihrer Charaktere in gewisser Art und Weise wie Sie selbst, Familienmitglieder oder Freunde?
Ganz ehrlich … schwierige Frage. Einige meiner Charaktere reagieren in bestimmten Situationen genau wie ich, was dann oft sehr spontan kommt. Ansonsten gehe ich die Szenen vor dem Schreiben immer geistig durch und versuche ihre Art vorher festzulegen. Aber es kam auch schon öfters vor, dass sich die Charaktere einfach selbstständig machen und ich nichts dagegen tun kann. *lach*
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14.Um was genau geht es in ihren Fantasy Romanen?
Das ist eine gute Frage *lächel*. Es geht um zwei Völker, die Raukarii und die Iyana, die teilweise an Elfen angelehnt sind. Beide Völker waren vor vielen Jahrtausenden durch die gleichen Vorfahren miteinander verbunden. Doch durch einen Streit zwischen der großen Göttin und ihrem Sohn wurde das alte Volk gespalten. Seitdem beten die Iyana zur großen Göttin und die Raukarii zum Feuergott Zevenaar. Der Feuergott hatte zudem ein ganz besonderes Götterschwert erschaffen: Ynsanter. Damit wollte er seine Mutter töten, weil er glaubte von ihr nie geliebt worden zu sein. Doch er konnte sie nicht töten und hatte Ynsanter als Herrschaftssymbol dem Anführer der Raukarii übergeben. Das Schwert und der Anführer verschwanden jedoch spurlos und damit fängt die eigentliche Geschichte an
Ein Iyana (Ataran) wird bei einem Überfall der Feinde gefangen genommen und versklavt, aber das Schicksal hatte etwas anderes im Sinn. Er verliebte sich in eine Raukarii (Sistana) und beide wurden Eltern des Halb-Raukarii Norion. Um Norion dreht sich die Geschichte, der abgeschieden und unwissend als Sklave unter den Feinden aufwächst. Erst im Laufe der Geschichte trifft er Raukarii die anders sind, als alle anderen und sie werden auf ungewöhnliche Weise Freunde. Aber es gibt auch noch die Bösewichte, die das Götterschwert Ynsanter suchen und hoffen, es am Ende auch zu finden, um die Herrschaft an sich zu reißen. Unwissentlich geraten Norion und seine neuen Freunde zwischen die Fronten. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, den Rest müsst ihr lesen. *lächel*
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15.Arbeiten Sie gerade an irgendwelchen neuen Projekten?
Zurzeit schreibe ich eine Idee für eine Fanfiction nieder, aber auch nur, damit ich anschließend besser auf einen Krimi konzentrieren kann, der mir ebenfalls schon länger im Kopf herumgeistert. Notizen gibt es bereits einige und ich hoffe, dass ich schon bald damit anfangen kann. Diesmal jedoch kein Fantasy, was für mich gleichzeitig noch eine Herausforderung wird, aber ich freue mich.
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16.Wie lange brauchen Sie, um ein Buch zu schreiben?
Das ist wirklich unterschiedlich. Für „Ynsanter“ (Band 1 und Band 2) hatte ich vier Monate gebraucht. Für die zwei unveröffentlichten Teile von Ynsanter ungefähr fünf Monate. Es gibt auch Phasen, in denen ich einfach schreibe, schreibe und schreibe und dann tagelang gar nicht. Generell würde ich sagen, pro Geschichte vier bis sechs Monate.
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17.Haben Sie neben dem Schreiben noch einen anderen Beruf?
Ich hatte mal einen anderen Beruf, Arzthelferin und Bürokauffrau, aber als ich vor fünf Jahren an Multiple Sklerose erkrankt bin, konzentriere ich mich seitdem ganz aufs Schreiben. Es ist sehr schwer mit der Krankheit einen ganz normalen Beruf auszuüben, was allerdings nicht an der MS selbst liegt, sondern niemand möchte chronisch Kranke einstellen, leider.
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18.Was halten ihre Familie und Freunde von Ihren Büchern?
Bisher fand sie jeder, der sie gelesen hat gut und viele sind überrascht, dass ich es geschafft habe überhaupt solche Geschichten zu schreiben.
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19.Was ist Ihr größter Traum?
Wenn meine Bücher ins Englische übersetzt werden würden.
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20.Möchten Sie noch irgendetwas zu Ihren Fans und den Lesern von Best of Books sagen?
Ich danke allen ganz herzlich, dass sie die Geschichte um Ynsanter, Norion und dessen Freunden und Feinden lesen und gelesen haben und die Freude und das Leid der Figuren mit mir teilen. Die Unterstützung meiner Leser ist mir sehr wichtig und ich möchte mich gerne bei jedem einzelnen bedanken. Ich bin stolz auf euch.
Ich hoffe, dass ich demnächst einen neuen Verlag finde, denn ich bin fleißig auf der Suche, und dass ich anschließend die unveröffentlichten Teile von Ynsanter euch präsentieren kann, denn die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.
Außerdem bedanke ich mich ganz herzlich bei Best of Books für dieses Interview.

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Montag, 2. August 2010

Ynsanter - Seele des Feuers (Buchvorstellung)

Diese Buchvorstellung wurde am 19. März 2010 auf dem Blog "The Home of a Bookworm" gepostet



Wie versprochen melde ich mich, nun, da ich das erste Band dieser Buchreihe ausgelesen habe. Da ich den Schreibstil von Annette Eickert bereits von ihren Fanfiktion kannte, war ich sehr gespannt auf ihr Erstlingswerk als Buchautorin. Ich muss sagen, es hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen. Die von ihr geschaffene Fantasiewelt fesselt den Leser vom ersten Augenblick an. Die Charaktere bestechen durch ihre Einzigartigkeit. Ganz besonders haben es mir Norion und die Zwillinge Ronor und Normarac angetan, sie lassen einen mit ihnen mitfühlen, und mehr als einmal war ich knapp davor einem gewissen Sklavenhändler den Hals umzudrehen zu wollen.
Wenn ihr also auf der Suche nach einer neuen Welt, nach Rätseln und scheinbar unlösbaren Problemen und Fragen seid, dann kann ich das Buch nur empfehlen. Ich habe es jedenfalls mit Begeisterung gelesen.
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Vielen lieben Dank an alles!

Ynsanter - Seele des Feuers (Buchvorstellung)

Diese Buchvorstellung wurde am 25. November 2009 auf der Website "Ophelias Unfugfabrik" veröffentlicht



Der erste Band erzählt den dramatischen Anfang einer hoffnungsvollen Suche nach dem Götterschwert Ynsanter, das am Ende den Frieden über die Welt Zanthera bringen soll. Hierbei spielt der Iyanakrieger Ataran eine wichtige Rolle, der in die Hände seiner erbitterten Feinde fällt, den Raukarii. Er verliebt sich in eine Raukarii und aus dieser Liebe wird ihr Sohn, der Halb – Raukarii Norion, geboren. Doch durch ein tragisches Unglück wächst der Junge schließlich als Sklave unter der Herrschaft der Feinde auf, bis die Zeit zum Handeln kommt. Zwei geheimnisvolle Zwillingsbrüder tauchen in Norions finsterster Stunde auf und stoßen auf eine Frage, die sich nicht mehr loslässt. Mit Hilfe des mächtigen Gottes Zevenaar, uralten Drachen und glaubensstarken Kriegern beginnt plötzlich ein Abenteuer über wahrhaften Glauben, Mut, Liebe und Intrigen.
Vor einiger Zeit bekam ich zwei Rezensionsexemplare von Annette Eickert zugesandt, die ich bei Twitter kennengelernt habe. Es handelte sich hierbei um Band 1 und 2 der „Ynsanter“ – Sage. Einem geheimnisvollen Schwert, dass in der Welt von Zanthera den Herrscher bestimmt und vor vielen Jahrhunderten auf geheimnisvolle Weise verschwand. Zwei Völker, durch die Schöpfung der großen Göttern und ihres Sohnes Zevenaar, gespalten sind auf der Suche nach diesem Schwert. Die einen, weil sie die Macht und Herrschaft von Zanthera übernehmen wollen und die anderen, weil sie die beiden Völker wieder einen wollen.
Der erste Band des Buches, den ich nun auch endlich beendet habe, bereitete mir Schwierigkeiten es aus der Hand zu legen. Meistens schaffte es nur die Müdigkeit und das mag schon etwas heißen, da ich schon seit langer Zeit keine Highfantasy – Bücher mehr gelesen habe und selten so gefesselt war. Wisst ihr, viele Dinge wiederholen sich im Fantasy – Genre und ich habe schon einiges gelesen. Nach einer Weile werden viele Geschichten langweilig. Nicht so „Ynsanter“. Für mich bringt die Geschichte einen sehr frischen Wind auf den Büchermarkt. Die Iyanara und die Raukarii erinnern mich zwar etwas an die Elben und Dunkelelben, aber auch das ist einfach kein Vergleich. Dafür sind die Völker einfach viel zu verschieden. Eickert hat eine Schöpfung erschaffen, die unglaublich ist. Zwei neue Rassen bevölkern die Welt des Fantasy – Genres, wie sie noch nie da gewesen waren. Eickert verfügt ein großes Können und ein hohes Maß an Kreativität und dafür hat sie meinen Respekt durchaus verdient.
Die einzelnen Charakter selbst sind so einzigartig und noch nie da gewesen. Die Charaktere, die Welt und die Schöpfung sind genau mit den richtigen Details versehen, so dass die Geschichte und das Aussehen noch  genügend Vorstellungsraum für den Leser übrig lässt.
Mein Lieblingscharakter, den ich seit seinem ersten Auftritt ins Herz geschlossen hat ist weder Ataran noch Norion, sondern Ronor Laedal von den Zwillingsbrüdern. Er besitzt gute Eigenschaften und verkörpert meiner Meinung nach die Perfektion eines gesunden Egoismus und einem hohen Maß an Hilfsbereitschaft, die er besonders Norion zu Teil kommen lässt.
„Ynsanter“ ist definitiv lesenswert und ist besonders gut geeignet für Leser, die offen für Neues sind und gerne in neue, noch unbekannte Welten eintauchen.
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Interview mit Annette Eickert, Autorin von Ynsanter - Seele des Feuers

Das Interview wurde am 04. August 2009 auf der Seite "Autorenhomepage von Gabriela Bieber" veröffentlicht - Danke für alles!


Ich bin letztens auf die Schriftstellerin Annette Eickert und ihre Fantasy-Romane Ynsanter (seltsam, ich möchte das immer so gerne YnsanTHer schreiben XD) - Seele des Feuers gestoßen.
Es handelt sich dabei um eine Triologie, von der bereits zwei Bücher im Handel erhältlich sind.

Die Geschichte dreht sich um das Götterschwert "Ynsanter", welches der Welt Zanthera Frieden bringen soll. Hierbei spielt der Iyanakrieger Ataran eine wichtige Rolle, der in die Hände seiner erbitterten Feinde fällt, den Raukarii. Er verliebt sich in eine Raukarii und aus dieser Liebe wird ihr Sohn, der Halb-Raukarii Norion, geboren. Doch durch ein tragisches Unglück wächst der Junge schließlich unwissend als Sklave unter der Herrschaft der Feinde auf, bis die Zeit zum Handeln kommt. Zwei geheimnisvolle Zwillingsbrüder tauchen in Norions finsterster Stunde auf und stoßen auf eine Frage, die sie nicht mehr loslässt. Mit Hilfe des mächtigen Feuergottes Zevenaar, uralten Drachen und glaubensstarken Kriegern beginnt plötzlich ein Abenteuer über wahrhaften Glauben, Mut, Liebe und Intrigen.

Die Autorin, Annette Eickert (oder auch Elbenstein1978), wie die Jahreszahl schon sagt, 30 Jahre jung, hat sich freundlicherweise per Mail von mir interviewen lassen:

1. Seit wann schreibst du und wie hast du das Schreiben für dich entdeckt? 
So pauschal ist das nicht wirklich zu beantworten, ich habe schon früher gerne in der Schule Aufsätze geschrieben. Diese Vorliebe habe ich mitgenommen und es sozusagen beibehalten. Ich liebe es einfach, Geschichten aufzuschreiben, die durch meinen Kopf geistern und sie geben auch erst Ruhe, wenn ich sie geschrieben habe.

2. Warum schreibst du und was motiviert dich?
Schreiben, kann man fast schon sagen, ist wie eine Sucht für mich. Ich liebe das Schreiben einfach und wenn ich einmal eine Woche lang nichts geschrieben habe, muss ich mich wieder mit meinem Block und Stift hinsetzen und schreiben. Motivation bekomme ich von allem Möglichen. Entweder durch Gespräche mit Freunden, durch Film und Fernsehen (wobei ich nicht klaue, sondern Ideen sammle), aber auch viel beim Lesen von Romanen oder Mangas. Meistens höre und ich sehe ich was und sage mir, daraus könnte man doch etwas machen, was dann am Ende auch meist geschieht.

3. Woher nimmst du das Durchhaltevermögen für die Romanschreiberei?
Gute Frage, vielleicht weil ich mit Liebe schreibe?! Ich denke, dass wird es sein. Besonders, wenn dann Szenen durch meinen Kopf geistern, bin ich äußerst motiviert und schreibe dann schon mal richtig viel am Tag. Bei Ynsanter war es einfach die Geschichte um das Götterschwert an für sich. Ich war so in dem ganzen Geschehen mittendrin, dass ich gar nicht groß darüber nachgedacht habe. Nach neun Monaten hatte ich dann alle drei Teile fertig geschrieben und so geht es mir auch mit meinen anderen Geschichten.

4. Warum ist Fantasy dein Lieblingsgenre? 
Weil man einfach in eine andere Welt abtauchen kann. Die Realität hat man jeden Tag, aber in einer Fantasywelt kann man sich Dinge vorstellen oder selbst erfinden, die einmal etwas anderes als "normal" sind.

5. Welche Art von Literatur liest du selber gern/hast du gern gelesen?
Außer Fantasy liebe ich noch mittelalterliche- bzw. historische Romane. Ansonsten aber auch gerne Mangas und wenn, dann oft Fantasymangas.

6. Warum hast du den Novum-Verlag für deine Veröffentlichungen gewählt und wie sind deine Erfahrungen mit Novum?
Gewählt habe ich ihn eigentlich, weil er der einzige Verlag mit einer Zusage war. Über den Rest möchte ich mich nicht äußern, die Erfahrungen sind von Person zu Person unterschiedlich.

7. Woran orientierst du dich beim Erschaffen deiner Charaktere? Wer ist dein persönlicher Liebling unter deinen Figuren? 
Mein persönlicher Liebling ist Neferrilion. Als ich ihn erschaffen hatte, hatte ich solche Charaktere noch niemals in meinen Geschichten gehabt. Auf ihn bin ich ganz besonders stolz, besonders weil er so vielschichtig ist.
Beim Erschaffen meiner Charaktere habe ich keinen bestimmten Orientierungspunkt. Oft entscheide aus dem Bauch heraus und es kam auch schon vor, dass ich im Nachhinein etwas an dem einem oder anderen Charakter verändert habe. Aber meistens bleibe ich bei meiner ersten Entscheidung. Sobald der Charakter in meinem Kopf steht, ist er quasi geboren *lach*.

8. Wie entwickelst du eine so umfangreiche Handlung?
Sagen wir es mal so, am Anfang steht bei mir immer das Grundgerüst, alles andere entwickelt sich bei mir beim Schreiben direkt. Das soll heißen, der rote Faden ist immer da, doch die Nebenstränge kommen mir meist von alleine und ich oft machen sich bei mir die Geschichten selbstständig, was für mich auch den größten Reiz ausmacht.

9. Welche Stellen sind dir besonders schwer/besonders leicht gefallen und warum?
Eine gute Frage. Am Anfang sind mir besonders die Kampfszenen mit dem Schwert schwer gefallen. Aber nachdem ich es einige Male geschrieben und umgeschrieben habe, ging es am Ende schon von ganz alleine. Wohingegen mir die Kampfszenen mit Magie ganz einfach von der Hand gegangen sind, sie sind in meinem Kopf wie in einem Film abgelaufen. Was mir auch anfänglich schwer gefallen ist, das waren die Intrigen. Ich benötigte schon einige Notizzettel, damit ich selbst nicht durcheinander kam. Denn ein Denkfehler und es wirkt sich auf die gesamte Geschichte aus. Ansonsten kann ich dazu nur noch sagen, ich liebe es, Gefühle zu beschreiben. Das fällt mir ganz leicht, ich schreibe es einfach von der Leber weg.

10. Wie gehst du mit Kritik um? 
Ich nehme jede Kritik an. Es kann natürlich auch schon mal vorkommen, dass mir einige Kritiken besser und andere weniger gut gefallen, aber im Grunde akzeptiere ich die Meinung einer Person, so lange sie nicht unter die Gürtellinie geht. Es gab auch schon ein paar Ratschläge, die ich sogar berücksichtigt habe, weil sie mir so gut gefallen haben.

11. Woran arbeitest du momentan, was sind deine Pläne für die Zukunft?
Zurzeit bin ich ganz bescheiden und schreibe an einer Harry Potter Fanfiction *lach*. Immerhin hat alles mit Fanfictions angefangen und ab und an schreibe ich sie immer noch sehr gerne. Vor allem, weil ich dabei bin, demnächst aus einer der Geschichten einen eigenen Roman zu basteln. Natürlich mit anderen Figuren, aber den Inhalt fand ich so schön mystisch, dass ich mir das durchaus als Roman vorstellen kann. Ein anderes Projekt ist ein Krimi. Er soll im London unserer Zeit spielen, die Notizen sind auch schon fertig.

12. Hast du irgendwelche Spezial-Tipps für angehende Autoren?
Zum einen, nicht schnell die Flinte ins Korn zu werfen, wenn es einmal nicht voran gehen sollte, das ist normal. Höhen und Tiefen erlebt jeder einmal. Dann natürlich auch, bei den Bewerbungen bei den verschiedenen Verlagen nicht den Kopf hängen zu lassen. Es ist sehr mühselig und oft auch deprimierend, aber irgendwann kommt das große Glück, wenn der Weg auch länger dauert, als einem lieb ist.
Vielleicht noch etwas zum Schreiben im Allgemeinen? Sich beim Schreiben gar nicht großartig Gedanken um Wort- oder Namenswiederholungen kümmern, sondern einfach schreiben. Denn danach kann man immer noch in Ruhe genügend Änderungen vornehmen. So mache ich es auch immer.

13. Womit bist du neben dem Schreiben noch beschäftigt?
Ansonsten beschäftige ich mich noch mit Webdesign und verschiedenen Websiten, u.a. auch mit Grafikdesign.
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Leseprobe "Pech und Schwefel"

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„Sieh mal Weecran!“, ertönte wie aus dem Nichts eine laute Stimme, die sich den Brüdern langsam näherte.
Schlagartig öffnete Nomarac die Augen, fühlte sein Herz vor Angst schneller schlagen und bemerkte sofort die bebenden Glieder von Ronor, der neben ihm aufmerksam lauschte.
„Ja, dort drüben“, antwortete ein zweiter Unbekannter mit heiser-nem Unterton.
Nomarac und Ronor blieb keine Zeit mehr, sich unter den Zweigen in Sicherheit zu bringen, da tauchten vor ihnen schon drei junge Raukariimänner auf. Sie trugen nicht die Uniformen der Stadtwache, sondern ihr äußerliches Erscheinungsbild war den zwei Kindern völlig fremd. Der erste besaß lange schmierige Haare, die ein verschmutztes Gesicht umrahmten und der sie mit einem merkwürdigen Lächeln beobachtete. Seine Kleidung war erbärmlich, denn außer einer löchrigen Hose und einer ziemlich seltsamen Weste trug er ansonsten nichts mehr, außer einem Gürtel. In diesem steckte etwas, dass einer verrosteten Speerspitze entsprach. Die anderen zwei sahen nicht wirklich anders aus, wobei dem Kleinsten die rechte Hand fehlte. Der Armstumpf war mit einer dreckigen Binde abgebunden. Er fixierte vor allem Ronor mit einem stechenden Blick.
„Wer seit ihr?“, fragte der Raukarii ohne Hand und kam einen Schritt näher.
Die Zwillinge zuckten leicht zusammen, doch dann rissen sie sich zusammen und richteten sich kniend auf. Die Hand des einen umklammerte die Hand des anderen. Dabei bemerkten sie nicht, wie sehr ihre Kleidung inzwischen der der drei Fremden ähnelte. Ihre einst weißen Seidenhemden waren grau und von kalter Asche verschmiert, sie wiesen einige Risse auf. Die ehemals dunkelblauen Tuniken, welche ihre Mutter mit viel Liebe für sie genäht hatte, waren ebenfalls schmutzig und die teilweise aufgerissenen Säume kündeten von den schrecklichen Stunden des Aufstandes. Ihre schwarzen Hosen hatten überall Flecken, während ihre braunen Gesichter mit Ruß verdreckt und die roten schulterlangen Haare völlig strubbelig herunter hingen.
„Die wollten bestimmt die besten Stücke für sich behalten, Weecran“, sagte der Kleinere ohne Hand und sah den Angesprochenen mit funkelnden Augen an.
„Davon bin ich nicht ganz überzeugt, Yovmor“, entgegnete dieser und kam einen Schritt näher, während die Brüder einige Zentimeter nach hinten ins Gestrüpp auswichen.
„Ihr braucht doch keine Angst zu haben, außer ihr wollt unsere Beute wirklich stehlen“, lachte Weecran laut.
„Ich glaube eher, die sind neu in der Stadt“, meldete sich nun der Dritte zu Wort, der bisher einfach nur dagestanden und zugeschaut hatte. Sein Name lautete Nysayor und er und seine Kameraden gehörten einer kleinen Diebesbande von Mayonta an, die den klangvollen Namen „Jäger der Nacht“ trugen. Sie hatten den gestrigen Tag unruhig in ihrem Versteck abgewartet und sich erst am Morgen ins Freie geschlichen, um aus den vielen Ruinen der eingestürzten Häuser Beute zu ergattern, um sie später für gute Edelsteine an andere verkaufen zu können. Als sie vor einer Stunde heimlich die Stadtwachen belauscht und erfahren hatten, dass auch das Haus des Hohepriesters in Schutt und Asche lag, waren sie sofort hierher aufgebrochen.
„Wo kommt ihr also her?“, wollte nun Weecran wissen und ließ seine Hand beiläufig an die verrostete Speerspitze wandern, um seinen Worten mehr Nachdruck und seiner Position, als Anführer der kleinen Diebesbande, mehr Autorität zu verleihen.
Ronor zitterte noch immer, aber die Nähe von Nomarac gab ihm den nötigen Mut und Schutz, den er zurzeit dringend benötigte. Nomarac wiederum überlegte fieberhaft, was er antworten sollte. Die Gefahr war groß und weil er erst vor kurzem von seinem Vater gesagt bekommen hatte, er sollte Fremden niemals trauen, entschied er sich kurzerhand für eine Lüge.
„Wir kommen aus Surnlor“, bedeutete Nomarac und legte all seine Überzeugskraft in diese Erklärung.
Doch kaum waren sie ausgesprochen, zupfte ihn Ronor am Ärmel, beugte sich nach vorne und flüsterte ihm ins Ohr. „Mama sagt doch immer, wir dürfen nicht lügen.“
Eilig lehnte sich nun Nomarac zu seinem Bruder hinüber und murmelte für die anderen unverständlich: „Ich weiß, aber wir dürfen ihnen auch nicht sagen, wer wir wirklich sind. Verstehst du?“
Das leuchtete Ronor ein und überließ seinem Zwillingsbruder das Reden.
„Surnlor ist zwei Tagesmärsche von hier entfernt“, grübelte Weecran nach und erhielt ein bestätigendes Nicken von Yovmor und Nysayor. „Was macht ihr aber dann in Mayonta?“
„Das geht dich nichts an“, rief Nomarac lauter als beabsichtigt und spürte eine nie gekannte Wut in sich aufsteigen.
„Schon gut“, meinte Weecran und hob beide Hände in einer versöhnlichen Geste. „Aber damit eines klar ist, die Beute gehört uns!“
Kurz darauf wandten sich alle drei jungen Männer von den Zwil-lingen ab und stapften durch die Geröll- und Aschehaufen davon. In ihrem Versteck blieben die Brüder alleine und starrten mit gemisch-ten Gefühlen hinterher.
„Und was machen wir jetzt? Wie bist du überhaupt auf Surnlor gekommen?“, fragte Ronor neugierig und sah über seine Schultern zu den Raukarii, die in den Ruinen herumwühlten.
„Erst vor einer Woche hat Papa von dem Dorf gesprochen und es ist immer besser, wenn wir nicht sagen, wo wir herkommen“, erklärte Nomarac. „Wir sagen es nur, wenn es nötig wird.“
„Ich habe Durst“, wechselte Ronor das Thema und dabei knurrte sein Magen.
„Komm, wir gehen in die Stadt und fragen, ob uns jemand etwas gibt“, antwortete Nomarac zuversichtlich, obwohl er innerlich nicht wirklich daran glaubte. Doch auf einen Versuch käme es immerhin an, wobei er selbst nicht wusste, was sie tun sollten. Ihre Eltern waren tot, sie konnten niemandem trauen und in der Nähe der Diebe sollten sie auch nicht bleiben.
Daher half er Ronor beim Aufstehen, der auf schwachen Beinen hinter dem Holunderbusch zum Vorschein kam. Die Raukarii ignorierten sie geflissentlich und so liefen die Zwillingsbrüder vorsichtig durch ihr zerstörtes Zuhause und erreichten die Pflasterstraße, die sie ins Stadtinnere führen würde. Als sie mitten auf der Straße standen, war dort weit und breit niemand zu sehen, außer den Häusern ihrer Nachbarn, die mittlerweile ebenfalls nichts weiter als verkohlte Überreste waren.
„Das ist unheimlich“, flüsterte Ronor und umklammerte die Hand von Nomarac nur umso fester, der es ihm gleichtat.

Gemeinsam liefen sie die verlassene Straße entlang. Die Sonne schien auf ihre Köpfe und wärmte sie an diesem trostlosen Herbstmittag, die Vögel zwitscherten eine traurige Melodie und die Ge-sichter der beiden sprachen von ihrem inneren Leid.
Nach einer halben Stunde erreichten Nomarac und Ronor die ersten Häuser des Stadtzentrums. Hier herrschte immer noch das wahre Chaos. Viele Bürger, die am gestrigen Tag heil mit ihrem Leben davon gekommen waren, darunter auch viele Soldaten, eilten mit schnellen Schritten hin und her. Fast jedes Gebäude besaß eingeschlagene Fenster, eingetretene Türen und einige davon wiesen Brandspuren auf. Zudem hatten heute viele Geschäfte geschlossen, während die Besitzer lauthals vor der Ladentür ihr Leid klagten und die Stadtwachen sie zu beruhigen versuchten. Auch schreiende Kinder liefen umher und riefen nach ihren Eltern oder die Mütter hielten sie an den Händen und mischten sich unter die herumwuselnde Raukariimenge.
„Ich glaube, hier werden wir kein Glück haben“, sagte Nomarac laut zu Ronor und versuchte damit den Straßenlärm um sie herum zu übertönen.
„Wir könnten doch zum Tempel gehen“, schlug Ronor lächelnd vor und hoffte, dort nicht nur ihre Eltern, sondern auch die Zevenaarpriester anzutreffen, die sie kannten und die ihnen ganz sicherlich helfen konnten.
Nomarac nickte und schon liefen sie die Straße weiter, immer tiefer ins Zentrum hinein. Vorbei an dem großen Stadtpark von Mayonta. An diesem Ort, wo tagtäglich viele Familien ihre Zeit verbracht hatten, herrschte in der Mittagssonne nur gähnende Leere. Die Spazierwege lagen verlassen da. Aber die farbenfrohen Blumen blühten und ein leichter Wind blies ihre angenehmen Düfte zu den Zwillingen hinüber, und vertrieb für einige Momente ihre niedergedrückte Stimmung. In einiger Entfernung hörten sie auch das Wasser des großen Springbrunnens plätschern und das Geräusch brachte ihnen ein wenig Realität zurück, die ihnen Mut verlieh, den sie benötigten. Denn nun waren sie alleine auf der Welt und konnten nur erahnen, wo ihre verstorbenen Eltern hingebracht worden waren.
Als sie den Stadtpark hinter sich gelassen und zwei kleine Straßenkreuzungen überquert hatten, erreichten beide endlich ihr Ziel. Vor ihnen erstreckte sich groß und prachtvoll der Zevenaartempel in den blauen Himmel. Eines der vielen Gotteshäuser des Feuergottes in Leven’rauka. Er maß in Länge und Breite hundert Meter und bestand völlig aus schwarzem Marmor. An den oberen Mauervorsprüngen reckten sich kleine Zinnen hinauf und an den vier Ecken gab es jeweils einen Wachturm. Gleichzeitig war die Außenfassade von goldenen Ornamenten geschmückt, die fast ausschließlich das verschollene Götterschwert Ynsanter präsentierten, welches eines der göttlichen Symbole ihres Glaubens darstellte. Das alles machte den Tempel schon glanzvoll genug, der in der Bauweise seinem großen Vorbild in der Hauptstadt Zyrakar ähnelte. Ringsherum waren meterhohe glasklare Kristallfenster eingelassen, die am Tag das Sonnenlicht und in der Nacht das silbrigweiße Mondlicht ins Innere hinein ließen und alles in ein sanftes Glühen einhüllten.
Die Zwillinge gingen geradewegs auf die nicht minder große Doppelflügeltür aus Gold zu, die weit offen stand und jedem den Blick ins Innere zeigte. Zu beiden Seiten standen jeweils fünf bewaffnete Wachen, die streng ihren Blick über die Raukarii schweifen ließen, welche an ihnen vorbei strömten.
Die Brüder versuchten sich nicht beirren zu lassen und machten sich zum Tempeleingang auf. Kaum dort angekommen, versperrte ihnen plötzlich eine Stadtwache den Weg und funkelte sie verächtlich an.
„Haut ab!“, sagte der Raukarii, der gleichzeitig Hauptmann der kleinen Soldatengruppe war.
„Wir brauchen Hilfe“, entgegnete Nomarac flehentlich und Ronor setzte hinzu: „Wir wollen unsere Eltern sehen.“
„Was ihr wollt oder nicht, interessiert mich nicht“, antwortete die Wache stur und knurrte ungehalten. „Zwei dreckige Straßenkinder haben kein Recht in den Tempel zu treten. Wisst ihr nicht, was passiert ist?“
„Doch, das wissen wir sehr wohl“, meinte Ronor, der durch den Schutz seines Bruders ein wenig lauter sprach. Er wollte unbedingt seine Eltern sehen, auch wenn sie nicht mehr lebten und daran durf-te sie niemanden hindern. „Unsere Mutter hat uns versteckt, kurz bevor die Männer kamen und unser Haus in Brand steckten. Wir sind nämlich Josias und Seyldia Anthyrs Söhne.“
Kaum hatte Ronor geendet und Nomarac ihm zufrieden auf die Schulter geklopft, denn besser hätte er es auch nicht sagen können, brachen die Stadtwachen in schallendes Gelächter aus.
Irritiert und wütend blickten die Zwillinge die Männer an.
„Lasst euch eine andere Ausrede einfallen, ihr dreckigen Diebe“, erklärte ein anderer Soldat und gesellte sich zu seinen Kameraden. „Mittlerweile haben schon sechs stinkende Ratten vor euch diese Erklärung abgeliefert und ihr glaubt, ihr würdet damit Erfolg haben? Vergesst es und haut endlich ab, bevor wir richtig wütend werden.“
Der vorletzte Satz war zwar keine Frage, sondern eher eine Feststellung und dennoch ballte Ronor plötzlich die Hände zu Fäusten und rannte auf den Wachmann zu. Mit all seiner verbliebenen Kraft schlug er ihm in den Magen, doch die Lederrüstung schützte den Mann gut, während er lediglich ein zynisches Lächeln zur Schau trug, ohne sich zu wehren.
„Lügner!“, rief Nomarac und spurtete zu seinem Bruder.
Gemeinsam erhoben sie ihre Fäuste und schlugen zu, solange, bis zwei weitere Raukarii einen kurzen Augenblick später die Jungen an den Armen wegzerrten und sie dann schmerzhaft auf den Rücken bogen. Unter Tritten und Gekreische wollten sie sich losreißen, aber leider waren sie kleiner und weitaus kraftloser als die muskulösen Stadtwachen.
Nachdem sich diese Eskalation erst nach wenigen Minuten beruhigte und die Zwillinge sich weiter im festen Griff wanden, kam der Hauptmann der wachhabenden Männer auf sie zu, blieb vor ihnen stehen und fixierte sie mit finsterem Blick.
„Ihr zwei seid nichts weiteres als erbärmliche Straßenköter!“, schleuderte er Ronor und Nomarac entgegen, die ihn mit wutverzerrtem Gesicht beobachteten und sich unbedingt befreien wollten. „Habt ihr mir nicht zugehört? Hier gibt es keinen Einlass für verwahrloste Gören, wie euch. Außerdem sind die Kinder des Hohepriesters tot und gemeinsam mit unserem verstorbenen Oberhaupt von Mayonta im Tempel aufgebahrt. Also verschwindet von hier und lasst euch nicht mehr blicken.“
Auf Grund dieser Ungeheuerlichkeit wurde der Zorn der Zwillinge nur umso größer und Nomarac biss seinem Häscher in die Hand. Mit einem schmerzhaften Schrei ließ dieser los, aber schon war der nächste Raukarii zur Stelle und verpasste dem frechen Jungen eine Ohrfeige.
Auf der anderen Seite sah Ronor seinen Bruder und nahm sich ein Beispiel an ihm. Er drehte den Kopf nach rechts und wollte bereits die Zähne in die Finger rammen, da traf ihn ein Schlag auf die Schläfe. Leicht benommen und verwirrt ließ er von seinem Vorhaben ab und hörte durch einen dämmrigen Schleier nur Nomarac seinen Namen rufen. Als er darauf antworten wollte, folgte ein weiterer Schlag auf dieselbe Stelle, ihm wurde schwindlig und er fiel in Ohnmacht.

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Sonntag, 1. August 2010

Willkommen

Mein Name lautet Annette Eickert und in diesem Blog möchte ich euch alle Bücher vorstellen, die ich bisher gelesen und quasi verschlungen habe, aber genauso Bücher, die ich gerne noch lesen möchte. Auch Mangas kommen nicht zu kurz, wenn sich jemand von euch Lesern dafür interessiert.

Gleichzeitig möchte ich all meinen Leser noch mitteilen, dass mein Blog von Wordpress nun auf Blogger umgezogen ist.

Meinen alten Blog findet ihr unter Fantasybookauthor

Ich hoffe, der Blog wird euch gefallen … auf „gutes Lesen“


Eure Annette